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ORCHESTRA
In silico-Methoden Test der Toxizität chemischer Substanzen
Die Europäische Union reagierte auf den öffentlichen Druck nach „sauberen“ Produkten mit der im Jahre 2007 aufgestellten REACH-Verordnung. Sie befasst sich mit der Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals). REACH verpflichtet die Industrie, den Anwendern Informationen zu Risiken einzelner Chemikalien zu liefern, die sie herstellen und vermarkten. Für Substanzen mit einem jährlichen Vermarktungsvolumen von mindestens einer Tonne müssen die Datensätze über die Toxizität bei der Europäischen Chemikalienagentur (European Chemicals Agency ECHA) registriert werden. Die neue REACH-Regulierung zieht daher einen großen Bedarf an Tests von Chemikalien nach sich, die auf ihre Toxizität geprüft werden müssen. Ungefähr 100.000 Chemikalien könnten unter REACH zwischen 2010 und 2018 registriert werden für die Daten zur Toxizität vorliegen müssen. REACH eröffnet daher neue Möglichkeiten für alternative Bewertungsmethoden und greift auf bestehende Daten zurück. In silico-Methoden sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Computer-Simulation und Modellierung von Chemikalien (In silico-Methoden) helfen, die Toxizität einer Chemikalie in einer bestimmten Umgebung ohne Rückgriff auf die traditionellen toxikologischen Untersuchungen an lebenden Tieren in Laboren durchzuführen.
Das EU geförderte Projekt ORCHESTRA möchte diese „Gute Praxis“ und die Regulierung dieser neuen Methoden unterstützen. Ziel des Projektes ist daher, die Informationen des Einsatzes und Akzeptanz von tierversuchsfreien Testverfahren bei der Industrie und den Behörden zur Umsetzung der Chemikalienverordnung REACH zu erhöhen. Es soll für ein breites Verständnis und die adäquate Nutzung von In silico-Methoden bei den betreffenden Akteuren geworben werden. Dazu wird ein Web-Portal mit als eine wichtige Informationsplattform aufgebaut. Workshop und Seminare fördern den Austausch und die Diskussion zwischen den Stakeholdern, Befragungen und Trendanalysen erfassen die Probleme und Möglichkeiten der In Silico-Verfahren. ORCHESTRA stellt zudem Materialen zur Verfügung, um die wissenschaftliche Diskussion anzuregen und das Wissen über in silico-Methoden zu verbreiten.
Projektpartner bei ORCHESTRA sind: Instituto di Richerche Farmacologiche ‘Mario Negri’, Milan PublicSpace Ltd. UK Institut SYMLOG, Paris Politecnico di Milano, Milan Universität Stuttgart University of Patras, Greece Centro Reach S.r.l., Milan.
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| Projektlaufzeit: |
01.09.2009 bis 31.08.2012 |
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| Mitarbeiter: |
Christina und Ludger Benighaus |
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| Ansprechpartner: |
Christina und Ludger Benighaus
(ludger.benighaus(at)sowi.uni-stuttgart.de) |
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| Projekt-Flyer: |
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